Schrecken ohne Ende?
08. Mai 2008
Seit dem Beginn der internationalen Finanzkrise sind zwar schon einige Monate vergangen, allerdings haben sich die Märkte zum Teil immer noch nicht beruhigt. Zwar scheint die Lage vieler Kreditinstitute längst nicht mehr so bedrohlich wie gegen Ende des letzten Jahres. Aber wie die Quartalszahlen für die ersten drei Monate des Jahres 2008 beweisen, ist die Krise noch lange nicht überstanden. Egal, welches Land man betrachtet, überall wirkt sich die Krise mehr oder weniger stark aus. Neben deutschen Banken sind von dieser Entwicklung auch Häuser aus der Schweiz betroffen. Zum Beispiel hat die UBS kürzlich einen Abbau mehrerer tausend Stellen bekannt gegeben. Diese Entlassungen sind unter anderem eine Reaktion auf die Milliardenverluste (7,1 Milliarden Euro), welche der Bankriese in den vergangenen Monaten zu verkraften hatte.
Unter den deutschen Kredithäusern ist etwa neben der Hypo Real Estate oder der Norddeutschen Landesbank auch die IKB betroffen. Besonders Letztere hat in den vergangenen Wochen mit einer dramatischen Rettungsaktion durch die KfW-Bank hierzulande für Aufsehen gesorgt. Aus den Quartalszahlen lässt sich bei vielen der hier genannten Kreditinstitute deutlich ablesen, dass der Gewinn gegenüber dem letzten Jahr zum Teil um mehr als 50% gesunken ist. Diese Umsatzeinbußen können durchaus als bedrohlich eingeschätzt werden. Nicht nur, was das eigentliche Ergebnis auf dem Papier betrifft, sondern auch in den Köpfen der Anleger und Verbraucher. Schließlich ist deren Vertrauen so massiv enttäuscht wurden, dass sich die Finanzkrise durchaus auf die globale Wirtschaft auswirken kann.
Sicher ist es für jeden Hausbesitzer in den USA eine Demütigung, mit ansehen zu müssen, wie das eigene Haus zwangsversteigert wird, während Banken, welche eigentlich für die Krise verantwortlich sind, durch die Politik in einem breiten Umfang gestützt werden. B. Bernanke, Chef der US-Notenbank, warnt nicht umsonst vor den Folgen der Krise und fordert die Hilfe der Politik auch für die Kreditnehmer, da für dieses Jahr mit einem weiteren Anstieg der Zwangsvollstreckungen zu rechnen ist. An den internationalen Finanzmärkten kann also durchaus nicht von einer Entwarnung die Rede sein. Immer noch befinden sich einige Bereiche des Marktes in einem äußerst zerbrechlichen Schwebezustand.
Via: wiwo.de
SCHUFA
06. Mai 2008
Bei der SCHUFA (Schutzgemeinschaft für allgemeine Kreditsicherung) handelt es sich um eine Einrichtung der privaten Wirtschaft mit Sitz in Wiesbaden, welche vor allem einem Sicherungszweck dient. Aus diesem Grund sammelt das Unternehmen, welches vor allem aus der kreditgebenden Wirtschaft getragen wird, Daten über alle Geschäftskontakte, die Firmen mit Verbrauchern unterhalten. Nach eigenen Angaben ist die SCHUFA im Besitz von Daten über rund 75% der deutschen Bevölkerung und ihr Finanzverhalten. Im Wesentlichen bereitet das Unternehmen die gesammelten Informationen dahin gehend auf, dass sich mit deren Hilfe das Ausfallrisiko für Kredite oder Konsumgeschäfte minimieren lässt.
Pro Jahr werden an die SCHUFA mehrere Millionen Anfragen gestellt, was die Kreditwürdigkeit einzelner Personen betrifft. Entwickelt wurde das Konzept der SCHUFA bereits in den 20er Jahren des letzten Jahrhunderts. Allerdings ist die Tätigkeit dieser und anderer Auskunfteien immer wieder Gegenstand öffentlicher Kritik, da durch die Kreditprüfung der Verbraucher häufig in Kategorien eingeteilt wird, ohne das die individuellen Umstände, wie etwa das tatsächliche Vermögen oder Immobilienbesitz, in entsprechendem Maß berücksichtigt wird.

