Gleitzinsdarlehen
04. Juni 2008
Der Begriff des Gleitzinsdarlehens beschreibt eine besondere Kreditform, deren Eigenschaften in einem deutlichen Widerspruch zu den bekannten Darlehen mit festen Zinsen stehen. Die letztgenannte Kreditform ist zwar in der deutschen Bevölkerung sehr bekannt und wird aufgrund dessen sicher von weiten Teilen der Kreditnehmer bevorzugt, aber in manchen Situationen erweist sich ein Gleitzinsdarlehen als deutlich vorteilhafter. Das Wesentliche an dieser Finanzierungsform sind die flexiblen Zinsen, die sich im Lauf der Rückzahlungsperiode immer wieder ändern können. Theoretisch kann das Zinsniveau jeden Tag schwanken, allerdings wäre eine solche Praxis mit einem zu hohen Aufwand verbunden, weshalb die Zinsen immer in bestimmten Abständen an das herrschende Marktniveau angepasst werden.
Üblicherweise greifen die Banken hier zu vierteljährlichen Anpassungszeiträumen. Ein großer Vorteil des Gleitzins- oder variablen Darlehens ist die Möglichkeit der problemlosen Kündigung und Entschuldung über Sondertilgungen. Wer also über ein schwankendes Einkommen verfügt bzw. Zahlungen aus Provisionen oder Wertpapiergeschäften erwartet, sollte über die Alternative eines Gleitzinsdarlehens nachdenken. Nachteilige wirkt sich dagegen die Gefahr von Zinsänderungen nach oben aus, denn sobald das Zinsniveau angehoben wird, verteuert sich das Darlehen. Aufgrund dieses Zusammenhangs sollte Kreditnehmer mit langfristigen Tilgungszeiträumen eher auf Festzinskredite zurückgreifen. Nur wer sich schnell entschulden kann, wird wirklich von der Flexibilität profitieren.
Effektiver Jahreszins
21. Mai 2008
Zinsen sind im Kreditwesen das A und O – für den Kreditnehmer sollten sie nach Möglichkeit relativ niedrig sein und die Banken oder Kreditinstitute würden gern höhere Zinsen für ihre Darlehen verlangen. Was allerdings weite Teile der Bevölkerung nicht wissen, ist die Tatsache, dass es bei einer Finanzierung mehrere Zinssätze gibt. Der Nominalzins beschreibt den Betrag, welchen der Kreditnehmer für die Gewährung des Kredites an die Bank abführen muss. Dieser Zins bezieht sich auf den Nennbetrag des Darlehens und stellt faktisch die Einnahmen der Kreditinstitute dar. In den entsprechenden Angeboten taucht in der Regel aber meist ein anderer Zinssatz auf – der effektive Jahreszins.
Was hat es damit auf sich? Im Allgemeinen ist ein Kreditvertrag für den Finanzierungskunden noch mit weiteren Kosten verbunden. Bearbeitungs- oder Kontoführungsgebühren sind nur einige der Aufwendungen, die zu den weiteren Kosten eines Darlehens gehören. Der Gesetzgeber verpflichtet die Banken zur Angabe der Aufwendungen, welche ein Kredit verursacht. Aus diesem Grund taucht bei einer Finanzierung immer der effektive Jahreszins auf, da er die Nebenkosten mit berücksichtigt. Bezogen auf die gesamte Darlehenssumme ergeben sich also für den Kreditnehmer höhere Kosten, als wenn nur der Nominalzins angegeben würde. Die Differenz zwischen beiden entspricht also dem Verwaltungsaufwand, denn das Darlehen verursacht hat. Sobald sich der Effektivzins über die Laufzeit ändern kann, spricht man in diesem Zusammenhang auch vom anfänglichen effektiven Jahreszins.
Laufzeit
19. Mai 2008
Im Kreditwesen bezeichnet die Laufzeit in der Regel die Dauer, über welche sich Verträge über Darlehen und Kredite erstrecken. Allerdings sollte man in diesem Zusammenhang die Laufzeit nicht mit dem Zeitraum verwechseln, in dem eine Finanzierung vollständig getilgt wird. Die Laufzeit kann also im Rahmen von Kreditverträgen durchaus mit der Zinsfestschreibungsphase oder der Zinsbindungsfrist gleichgesetzt werden. Über diesen Zeitraum werden in der Regel bei Darlehen die Bedingungen festgelegt, zu denen der Kredit bis zu einer gewissen Restsumme getilgt werden muss.
Bei einer Baufinanzierung kann diese Vertragsdauer durchaus 10 oder 15 Jahre in Anspruch nehmen. Neben dem Zins sollte vor allem die Laufzeit eines Finanzierungsangebotes bei der Entscheidung den Ausschlag geben, ob es in die nähere Auswahl kommt oder wieder verworfen wird. Schließlich ist eine lange Laufzeit letzten Endes dafür verantwortlich, dass bei einem Finanzierungsangebot der Kreditzins steigt.

